
Weltweit arbeiten 211 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Fast 90 Prozent davon unter ausbeuterischen Bedingungen. 73 Millionen sind jünger als 10 Jahre. Diese Zahlen veröffentlichte die ILO (Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) im Jahr 2002. Tendenz steigend.
Arbeitgeber stellen Kinder ein, weil sie billiger sind. Kinder sind leichter zu schikanieren und kaum in der Lage sich gegen ausbeuterische, gesundheitsschädliche und gefährliche Arbeitsbedingungen aufzulehnen. Diesen Kinderarbeitern wird das „Kind sein“ verwehrt, werden Bildungschancen verweigert und ihr - dann noch einziges - Kapital Gesundheit zerstört.
Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit werden auch in München verkauft. Ob Orangensaft, Tee, Kaffee, Kakao, Fußbälle, Turnschuhe, Kleidung, Teppiche, Spielzeug oder Natursteine, in all diesen und weiteren Waren kann Kinderarbeit stecken.
Als erste deutsche Stadt änderte München per Stadtratsbeschluss im April 2002 die Vergabepraxis so, dass bei Ausschreibungen nur noch Produkte berücksichtigt werden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind, oder deren Produzenten und Händler sich aktiv für einen Ausstieg aus der Kinderarbeit einsetzen. Mit politischem Willen und rechtlichen Regelungen gelang es, Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit auszugrenzen.