
80 Prozent der in München verkauften Schnittblumen stammen aus dem Ausland.
Ein großer Teil davon aus Ländern der sogenannten „Dritten Welt“. Gesetzt, gepflegt, geschnitten, sortiert und verpackt werden die Blumen vor allem von Frauen.
Bei den Beschäftigungs- und Produktionsbedingungen wird in der Regel kaum Rücksicht auf Mensch und Umwelt genommen. Die Frauen arbeiten für einen Lohn, der nicht einmal das Notwendigste im Leben erlaubt. Die wenigsten besitzen einen Arbeitsvertrag und Entlassungen drohen, wenn die Arbeiterinnen z.B. durch den täglichen und ungeschützten Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, chronisch krank werden.
Es werden Chemikalien verwendet, die von der Weltgesundheitsorganisation als höchst giftig und krebserregend eingestuft und hierzulande längst verboten sind. Oft ist das Trinkwasser mit giftigen Rückständen belastet, und an manchen Orten hat der enorme Wasserverbrauch der Blumenindustrie den Grundwasserspiegel in unerreichbare Tiefen sinken lassen.